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Monitor-Begriffe erklärt: GtG, MPRT, VRR, IPS und mehr

Ratgeber Von Dennis Hüser Stand 7 Min. Lesezeit

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GtG und MPRT beschreiben, wie schnell und wie scharf ein Monitor Bewegung zeigt, VRR stimmt ihn mit der Grafikkarte ab, und IPS, VA, TN und OLED sind die Paneltypen. Diese Seite erklärt die Begriffe aus Datenblättern und Tests in wenigen Sätzen. Wo es einen eigenen Ratgeber gibt, führt ein Link dorthin.

Bildwiederholrate und Sync

Hz und FPS

Hz ist die Bildwiederholrate des Monitors, also wie oft er sein Bild pro Sekunde von oben nach unten neu aufbaut. FPS sind die Bilder pro Sekunde, die die Grafikkarte liefert. RTINGS warnt davor, beides zu verwechseln: Hz gehört zum Monitor, FPS zur Quelle. Wie viel Hz sich lohnen, steht unter 144 Hz oder 240 Hz, messen lässt sich die Rate mit dem Hz-Test.

Input Lag

Die Zeit, die der Monitor braucht, um ein Signal zu verarbeiten, bis das Bild zu erscheinen beginnt. Sie hängt laut RTINGS von der Elektronik ab, nicht vom Paneltyp. Weil RTINGS in der Bildmitte misst, liegt die Untergrenze bei der halben Bildzeit, bei 144 Hz also 3,47 ms. Die Reaktionszeit der Pixel kommt erst danach dazu.

V-Sync

Vertikale Synchronisation: Die Grafikkarte hält jedes neue Bild zurück, bis der Monitor einen Bildaufbau beginnt. Das verhindert Tearing, erhöht laut Prad aber die Eingabeverzögerung und kann ruckeln.

Tearing

Ein waagerechter Riss im Bild, weil der Monitor in einem Bildaufbau Teile von zwei Bildern der Grafikkarte zeigt. Ursache, Einstellungen und Fehlersuche stehen im Ratgeber Tearing.

VRR und Adaptive-Sync

Variable Refresh Rate: Der Monitor passt seine Bildwiederholrate laufend an die Bildrate der Grafikkarte an. Adaptive-Sync ist die Grundlage dafür im DisplayPort-Standard, laut AMD eine Ergänzung von DisplayPort 1.2a. Über HDMI heißt die Funktion HDMI-Forum-VRR und gehört zu HDMI 2.1. Logos, Grafikkarten und Anschlüsse erklärt der Ratgeber G-Sync, FreeSync und VRR.

FreeSync

AMDs Name für VRR über DisplayPort und HDMI, in drei Stufen. FreeSync Premium verlangt unter 3440 Pixeln Breite mindestens 200 Hz und ab 3440 Pixeln 120 Hz, Premium Pro zusätzlich HDR. GeForce-Karten ab der GTX-10-Serie nutzen FreeSync-Monitore über DisplayPort ebenfalls.

G-Sync

Nvidias Name für VRR. G-Sync und G-Sync Ultimate haben einen Nvidia-Prozessor im Monitor und arbeiten laut Nvidia ab 1 Hz. G-Sync Compatible ist ein Adaptive-Sync-Monitor ohne Nvidia-Chip, den Nvidia geprüft hat. Er synchronisiert nur in einem bestimmten Bereich.

LFC

Low Framerate Compensation: Fällt die Bildrate unter das Minimum des VRR-Bereichs, zeigt der Monitor jedes Bild mehrfach. AMDs Beispiel: 40 Bilder pro Sekunde laufen auf einem Panel mit 60 bis 144 Hz als 80 Hz, die Synchronisation bleibt erhalten.

Reaktionszeit und Bewegtbild

Reaktionszeit (GtG)

Die Zeit, die ein Pixel für den Wechsel von einem Farbton zum nächsten braucht. GtG steht für Grey to Grey und misst Wechsel zwischen Grautönen, die ältere Angabe BWT misst Schwarz zu Weiß. Nach der Norm ISO 9241-305 darf der Hersteller laut Prad die günstigsten Einzelwerte auswählen, „1 ms GtG“ ist also ein Bestwert. Zu langsame Pixel machen bewegte Objekte laut RTINGS unscharf.

Overdrive und Overshoot

Overdrive legt kurz eine höhere Spannung an die Flüssigkristalle an, damit sie schneller schalten. Monitore bieten dafür meist mehrere Stufen im Menü. Ist die Stufe zu hoch, schießt der Pixel über den Zielwert hinaus, RTINGS nennt das Overshoot. Dann zieht ein heller Schweif nach, den Prad Korona-Effekt nennt. Beide raten deshalb nicht pauschal zur höchsten Stufe.

Ghosting und Schlieren

Ein Schweif, der hinter bewegten Objekten nachzieht. Prad nennt es Schlieren, ComputerBase verwendet Ghosting und Schlieren gleichbedeutend. Ursache sind laut Prad Pixel, die ihren Sollwert verzögert erreichen. VA-Panels schalten laut RTINGS in dunklen Szenen langsamer und ziehen dann schwarze Schlieren nach, das sogenannte Black Smearing.

Bewegungsunschärfe

Auch mit schnellen Pixeln wirkt Bewegung auf LCD und OLED verwischt, weil jedes Bild bis zum nächsten stehen bleibt und das Auge der Bewegung folgt. Prad nennt solche Bildschirme Hold-Type-Displays, RTINGS spricht von Persistenz-Unschärfe. Sie sinkt mit höherer Hz-Zahl und mit Backlight Strobing.

MPRT

Moving Picture Response Time, eine Angabe für bewegte Bilder statt für den einzelnen Pixelwechsel. Werte wie „1 ms MPRT“ erreichen Monitore mit Backlight Strobing. Bei Asus sorgt laut ComputerBase das Strobing ELMB für 1 ms MPRT, im Datenblatt stehen GtG und MPRT getrennt. MSI nennt seine Strobing-Einstellung selbst „MPRT“. GtG- und MPRT-Werte lassen sich deshalb nicht vergleichen.

Backlight Strobing

Die Hintergrundbeleuchtung blinkt zwischen den Bildern aus, so entstehen kurze Schwarzbilder und Bewegung wirkt schärfer. Jeder Hersteller hat einen eigenen Namen: ULMB (Nvidia), ELMB (Asus), DyAc (BenQ), Aim Stabilizer (Gigabyte), PureXP (ViewSonic). RTINGS nennt die Nachteile: Das Bild wird dunkler, bei manchen Monitoren erscheinen Doppelbilder, und nicht jeder Monitor kann Strobing und VRR gleichzeitig. Asus ELMB-Sync und Nvidia G-Sync Pulsar kombinieren beides.

Panel und Bildqualität

IPS

Der häufigste Paneltyp in Monitoren. Die Flüssigkristalle liegen parallel zur Bildfläche, daher die stabilen Blickwinkel von bis zu 178 Grad und die gute Farbtreue (Prad). Schwächen laut RTINGS: wenig tiefes Schwarz und IPS-Glow. Varianten wie IPS Black oder Samsungs PLS zählen zur selben Technik.

IPS-Glow

Ein Aufhellen der Ecken bei dunklen Bildern, das laut RTINGS zu jedem IPS-Panel gehört und kein Defekt einzelner Geräte ist. Es hängt vom Blickwinkel ab und fällt im dunklen Raum am stärksten auf. Abhilfe: Licht im Raum, geringere Helligkeit oder Local Dimming. Auch ASUS wertet Lichtaustritt in dunkler Umgebung als normal und prüft erst bei normaler Bürobeleuchtung.

VA

Der LCD-Typ mit dem höchsten Kontrast. RTINGS misst bei 87 VA-Monitoren im Schnitt 3.305:1, bei IPS 1.113:1. Die Nachteile sind engere Blickwinkel und Black Smearing in dunklen Szenen. Viele VA-Monitore sind deshalb gebogen, damit die Ränder näher am Auge liegen.

TN

Früher der häufigste LCD-Typ, heute selten. RTINGS sieht TN bei der Bewegtbilddarstellung weiterhin vor IPS und VA und empfiehlt es für schnelle Shooter. Dafür sind die Blickwinkel eng, von unten betrachtet kehren sich die Farben sogar um.

OLED, QD-OLED und WOLED

Bei OLED leuchtet jedes Pixel selbst, eine Hintergrundbeleuchtung gibt es nicht. Daher kommen das perfekte Schwarz und die nahezu sofortige Reaktionszeit, aber auch das Risiko des Einbrennens. QD-OLED stammt von Samsung und setzt auf eine blaue OLED-Schicht mit Quantenpunkten und drei Subpixeln, WOLED von LG auf eine weiße OLED-Schicht und vier Subpixel, eines davon weiß. Bei beiden zeigt Windows-Text laut RTINGS farbige Säume. Alles zu Einbrennen und Garantie steht im Ratgeber OLED-Gaming-Monitor.

HDR10

Das offene Standardformat für HDR, mit 10 Bit Farbtiefe im Farbraum Rec. 2020 (Prad). Die meisten Monitore beherrschen laut RTINGS nur HDR10. Die Angabe im Datenblatt heißt aber nicht, dass HDR gut aussieht: Dafür braucht es laut RTINGS tiefes Schwarz, helle Spitzlichter und kräftige Farben.

DisplayHDR

Ein Prüfsiegel der VESA für HDR in Stufen von DisplayHDR 400 bis 1400, für OLED als True Black. Seit Version 1.2 von Mai 2024 prüft die VESA auch Kontrast und Farbraum. Local Dimming braucht DisplayHDR 400 laut RTINGS weiterhin nicht, die Stufe bedeute deshalb „nicht viel“. Für gutes HDR empfiehlt RTINGS OLED oder ein LCD mit DisplayHDR 1000 oder 1400.

Local Dimming und Mini-LED

Die Hintergrundbeleuchtung ist in Zonen geteilt, die sich einzeln dimmen lassen. Je mehr Zonen, desto gleichmäßiger und kontrastreicher das Bild (Prad). Monitore mit Mini-LED-Beleuchtung kommen laut RTINGS beim Schwarz am nächsten an OLED heran, wenn das Dimming gut arbeitet.

10 Bit und FRC

8 Bit ergeben gut 16 Millionen Farben, 10 Bit rund 1,07 Milliarden. Manche Monitore erreichen 10 Bit nur mit FRC: Das Panel hat 8 Bit und mischt Zwischentöne per Dithering, was laut Prad flimmern kann. Prad unterscheidet deshalb echte 10 Bit und „8 Bit + FRC“, beides wird als 10 Bit beworben.

PPI

Pixel pro Zoll, also wie viele Pixel auf einem Zoll Bildschirm sitzen. Welche Dichte zu welchem Sitzabstand passt, steht unter 24 oder 27 Zoll. Den Wert für jede Größe und Auflösung rechnet der Pixeldichte-Rechner aus.

DSC

Display Stream Compression, eine Bildkompression der VESA. Sie verkleinert die Datenmenge um bis zu 3:1 und gilt laut VESA als visuell verlustfrei. Die zusätzliche Verzögerung liegt unter einer Bildzeile. Nvidia nennt für die RTX 4090 damit bis zu 4K mit 240 Hz über DisplayPort 1.4a, mehr im Ratgeber 4K-Monitor mit 144 Hz.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GtG und MPRT?
GtG ist die Zeit, die ein Pixel für den Wechsel zwischen zwei Grautönen braucht. MPRT bezieht sich auf bewegte Bilder und wird mit Backlight Strobing erreicht, das Schwarzbilder zwischen die Bilder schiebt. Beide Werte stehen oft als 1 ms im Datenblatt, messen aber Verschiedenes und lassen sich nicht vergleichen.
Was bedeutet 1 ms Reaktionszeit?
Dass ein Pixel laut Hersteller in einer Millisekunde von einem Grauton zum anderen wechselt. Nach der Norm ISO 9241-305 darf der Hersteller dafür die günstigsten Messwerte auswählen. Die Angabe ist also ein Bestwert, kein Durchschnitt über alle Farbwechsel.
Was ist besser, IPS oder VA?
Kommt auf den Raum und das Spiel an. IPS hat die stabileren Blickwinkel, VA den höheren Kontrast: RTINGS misst bei VA im Schnitt 3.305:1, bei IPS 1.113:1. Dafür ziehen viele VA-Panels in dunklen Szenen schwarze Schlieren hinter schnellen Objekten her.
Reicht HDR10 im Datenblatt für gutes HDR?
Nein. HDR10 heißt nur, dass der Monitor das Format unterstützt. Ob HDR gut aussieht, hängt laut RTINGS von tiefem Schwarz, hellen Spitzlichtern und kräftigen Farben ab. Laut RTINGS beherrschen die meisten Monitore nur HDR10, gutes HDR liefern erst OLEDs oder LCDs mit DisplayHDR 1000 oder 1400.

Quellen

29 Quellen anzeigen
  1. Prad Lexikon: Reaktionszeit, GtG und BWT, Norm ISO 9241-305 (21.05.2016)
  2. Prad Lexikon: Overdrive, Hold-Type-Displays und Korona-Effekt (08.05.2020)
  3. Prad Lexikon: Motion Blur, Schlieren und Bewegungsunschärfe (23.07.2017)
  4. Prad Lexikon: V-Sync (12.08.2017)
  5. Prad Lexikon: Tearing, V-Sync mit Input-Lag und Rucklern (24.06.2019)
  6. Prad Lexikon: IPS (29.10.2018)
  7. Prad Lexikon: VA (08.07.2023)
  8. Prad Lexikon: OLED (17.02.2023)
  9. Prad Lexikon: HDR10 und DisplayHDR (22.12.2018)
  10. Prad Lexikon: FRC, 8 Bit und 10 Bit (06.05.2020)
  11. Prad Lexikon: Local Dimming (14.01.2019)
  12. Prad Lexikon: PPI (12.08.2017)
  13. RTINGS: Monitor-Test Response Time, Overshoot und Persistenz-Unschärfe
  14. RTINGS: Monitor-Test Backlight Strobing (BFI), Namen der Hersteller
  15. RTINGS: Monitor-Test Input Lag
  16. RTINGS: Monitor Refresh Rate, Does It Matter? (Hz und FPS)
  17. RTINGS: LED vs OLED, Paneltypen in Monitoren (August 2025)
  18. RTINGS: What Is An IPS Monitor? IPS-Glow (August 2025)
  19. RTINGS: What Is VA? Kontrast von 87 VA-Monitoren (August 2025)
  20. RTINGS: IPS vs TN (August 2025)
  21. RTINGS: VESA DisplayHDR Certification, CTS 1.2 (August 2025)
  22. ComputerBase: Asus TUF Gaming mit ELMB und 1 ms MPRT (Mai 2020)
  23. ASUS Support: Lichtaustritt bei LCD-Bildschirmen beurteilen
  24. Nvidia: G-SYNC-Monitore, Stufen und G-SYNC Pulsar
  25. Nvidia: G-SYNC Compatible Testing, VRR ab 1 Hz bei G-SYNC (27.05.2019)
  26. AMD: FreeSync-Technologie, Stufen, Adaptive-Sync und LFC
  27. HDMI Licensing: Variable Refresh Rate (VRR)
  28. VESA: DisplayPort FAQ, Display Stream Compression
  29. Nvidia: GeForce RTX 4090, 4K mit 240 Hz über DP 1.4a mit DSC

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