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144 Hz oder 240 Hz: wann sich der Aufpreis lohnt

Kaufberatung Von Dennis Hüser Stand 9 Min. Lesezeit

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240 Hz lohnen sich, wenn drei Dinge zusammenkommen:

  1. Du spielst schnelle Shooter oder andere E-Sport-Titel.
  2. Deine Grafikkarte liefert dort dauerhaft über 200 Bilder pro Sekunde.
  3. Der Monitor hat ein Panel, das schnell genug schaltet.

Fehlt eines davon, ist ein guter 144-, 165- oder 180-Hz-Monitor die bessere Wahl.

Der Grund steckt in der Zeit pro Bild:

  • Von 60 auf 144 Hz sparst du 9,7 Millisekunden pro Bild,
  • von 144 auf 240 Hz noch 2,8,
  • von 240 auf 360 Hz 1,4.

Der größte Sprung liegt hinter dir, sobald du 144 Hz hast.

Was ein Bild Zeit kostet

Die Bildwiederholrate sagt, wie oft der Monitor sein Bild pro Sekunde neu aufbaut. RTINGS rechnet daraus die Bildzeit, also wie lange jedes Bild steht, und die kleinstmögliche Eingabeverzögerung: Weil der Monitor das Bild von oben nach unten aufbaut, kommt ein neues Bild in der Bildmitte nach der halben Bildzeit an.

BildwiederholrateZeit pro BildKleinste Verzögerung (Bildmitte)
60 Hz16,67 ms8,33 ms
120 Hz8,33 ms4,17 ms
144 Hz6,94 ms3,47 ms
165 Hz6,06 ms3,03 ms
240 Hz4,17 ms2,09 ms
360 Hz2,78 ms1,39 ms

Die Tabelle zeigt den abnehmenden Nutzen in Zahlen. RTINGS formuliert es so: Der Unterschied zwischen 60 und 120 Hz ist deutlich größer als der zwischen 360 und 480 Hz, obwohl beide 120 Hz auseinanderliegen.

Eine kürzere Bildzeit bringt zweierlei:

  • weniger Persistenz-Unschärfe, weil jedes Bild kürzer steht und das Auge bei Bewegung weniger „mitzieht“,
  • weniger Verzögerung zwischen Eingabe und Bild.

Beides gilt nur, wenn die Grafikkarte auch so viele Bilder liefert. Ein 240-Hz-Monitor mit 100 Bildern pro Sekunde zeigt die meisten Bilder doppelt.

Bewegung bei 30, 60 und voller Bildrate

Demo
30 Hz
30
60 Hz
60
max. Hzdein Display
max

Folge einer Spur mit den Augen. Je öfter das Bild wechselt, desto kleiner sind die Sprünge.

Tempo

Was man wirklich sieht: Ergebnisse aus Tests

Wir haben keine eigenen Messgeräte für Schaltzeiten, darum zitieren wir die, die welche haben.

Test bei PradErgebnis
iiyama GB2790QSU-B1, 240 HzDer Unterschied von 144 zu 240 Hz sei „auch für jemanden zu bemerken, der nicht zur Gilde der Pro-Gamer gehört“. Der Schritt von 120 auf 144 Hz sei „so marginal“, „dass man ihn nicht erkennen kann“.
ASUS PG27AQN, 360 HzBereits bei 144 Hz entsteht sehr wenig Blur, zwischen 240 und 360 Hz sei „kein wirklicher Unterschied mehr zu erkennen“.
ASUS PG259QNPrad rät Gelegenheitsspielern zu einem günstigeren Monitor, weil sie den Unterschied zwischen 144 und 360 Hz „in der Regel überhaupt nicht wahrnehmen werden“.

Zwei Befunde aus denselben Tests sind für die Kaufentscheidung wichtiger als die Hertz-Zahl.

Hohe Bildrate ohne schnelles Panel bringt nichts

Beim AOC C27G2ZU, einem 240-Hz-Monitor mit VA-Panel, lobt Prad das flüssige Gameplay. Aber die langsamen Schaltzeiten lassen das Bild „selbst bei höchster Übersteuerung in Kurvenfahrten recht unscharf erscheinen“.

RTINGS zeigt dasselbe mit zwei 240-Hz-Monitoren, deren gemessene Gesamtschaltzeit bei 0,6 und 7,1 Millisekunden liegt: gleiche Rate, völlig andere Schärfe.

Schnelles Panel ohne hohe Bildrate bringt ebenfalls nichts

Das überrascht viele. Beim LG 45GR95QE mit OLED-Panel misst Prad 0,1 Millisekunden bei allen Graustufenwechseln. Und schreibt trotzdem, man müsse die Erwartung herunterschrauben, dass eine schnelle Reaktionszeit weniger Blur bedeute: „eine hohe Bildwiederholungsfrequenz“ sei „der Schlüssel für weniger Blur“.

Die Bewegungsunschärfe kommt bei einem OLED fast nur aus der Anzeigedauer des Bilds, und die sinkt nur mit mehr Hertz.

Für dich heißt das: 240 Hz plus schnelles Panel (Fast IPS, TN oder OLED) ist die Kombination, die den sichtbaren Sprung bringt. 240 Hz plus träges Panel ist Geld für eine Zahl auf dem Karton.

Was Profis und Nvidias Daten sagen

Die Auswertung von 2019

Nvidia hat 2019 ausgewertet, womit Battle-Royale-Profis spielen. Laut den von Nvidia zitierten Datenbanken ProSettings und BattleRoyaleSettings:

  • 99 Prozent der Profis in Fortnite, PUBG und Apex Legends nutzten Monitore mit 144 Hz oder mehr.
  • 30 Prozent spielten mit 240 Hz.

Aus anonymisierten Daten von GeForce Experience leitete Nvidia ab, dass Spieler mit 144-Hz-Monitor und entsprechend hoher Bildrate deutlich höhere K/D-Werte hatten. Bei 180 Bildern pro Sekunde lag das Verhältnis 90 Prozent über dem bei 60.

Nvidia schreibt selbst dazu, dass Korrelation keine Ursache beweist und ein Grafikkartenkauf allein niemanden besser macht. Die Empfehlung aus demselben Artikel: 144 Bilder pro Sekunde mit 144-Hz-Monitor als Basis, 240 Hz als „zusätzlichen Schub“, aber nur mit einer Grafikkarte, die konstant 240 Bilder liefert.

Systemlatenz zählt mehr als Hertz

Interessanter ist Nvidias spätere Forschung zur Systemlatenz, also der Zeit von Mausklick bis Pixel. Nvidia fand, dass die Systemlatenz die Zielgenauigkeit in einem Aim-Trainer „viel stärker“ beeinflusst als die Zahl der angezeigten Bilder.

Schon 12 statt 20 Millisekunden Systemlatenz verkürzten die Zeit bis zum Treffer im Mittel um 182 Millisekunden.

Höhere Hertz sind dabei ein Baustein, weil sie die Scanout-Latenz senken. Nvidia nennt das Einschalten der maximalen Bildwiederholrate ausdrücklich als Maßnahme. Ebenso wichtig:

  • Reflex oder Anti-Lag,
  • eine Maus mit 1000 Hz,
  • eine Bildrate, die nicht im Grafikkartenlimit hängt.

ComputerBase hat das 2024 in Counter-Strike 2 an einem 144-Hz-Display mit Nvidias LDAT nachgemessen:

  • Im Grafikkartenlimit (UHD) senkten Reflex und Anti-Lag 2 die Latenz um rund 25 Prozent.
  • In Full HD mit über 500 Bildern pro Sekunde änderte sich nichts mehr, weil die CPU den Takt vorgab.

Ein 240-Hz-Monitor ist also der letzte Schritt einer Kette, nicht der erste.

Welche Grafikkarte 240 Bilder pro Sekunde schafft

Ob 240 Hz überhaupt ausgelastet werden, entscheidet das Spiel. ComputerBase misst E-Sport-Titel mit maximalen oder hohen Details, was die Zahlen eher konservativ macht.

Counter-Strike 2

April 2024, Preset Sehr hoch, 8x MSAA:

  • Full HD: Eine GeForce RTX 4090 liefert rund 396 Bilder pro Sekunde, 240 werden ab RTX 4070 oder Radeon RX 7900 GRE erreicht.
  • WQHD: Für 144 braucht es mindestens eine RTX 4070, RTX 3080, RX 7800 XT oder RX 6800 XT.
  • Preset Mittel: Die Bildrate verdreifacht sich ungefähr, dann schaffen auch RTX 4060 oder RX 7600 weit über 300.

Die Redaktion empfiehlt mindestens 144 Bilder pro Sekunde, weil schon 120 den Spielfluss spürbar verschlechtern.

Valorant

August 2025, Unreal Engine 5, maximale Details. Ein „FPS-Schlaraffenland“, so ComputerBase:

  • WQHD: Karten ab RTX 5060, RTX 4060, RTX 3060, RX 9060 XT oder RX 7600 erreichen 240 Bilder pro Sekunde.
  • Eine RTX 5090 schafft über 1100.

Fortnite

April 2024, Preset Hoch mit Upscaling. Deutlich fordernder:

  • Full HD: Die Spitze liegt bei 185 (RX 7900 XTX). 144 brauchen eine RX 7800 XT oder RTX 4070 Super plus schnelle CPU.
  • WQHD: Erst RX 7900 XT oder RTX 4070 Ti Super überschreiten die 144.
  • Preset Mittel: Eine RTX 4060 schafft rund 270, das Spiel sieht dann laut ComputerBase aber „fast schon wie ein anderes Spiel aus“.

Faustregel

  • Counter-Strike und Valorant: 240 Hz mit einer Mittelklassekarte realistisch, oft mit reduzierten Details.
  • Fortnite, Apex oder Battlefield auf hohen Details: Schon 144 bis 180 Hz sind eine Aufgabe für die Oberklasse.

Welche Karte zu deiner Auflösung passt, steht im Ratgeber zur Grafikkarte für 144 Hz und für WQHD im Ratgeber zu 2560x1440.

Panel: Hertz ohne Schaltzeit bringt nichts

240 Hz gibt es inzwischen mit allen vier Paneltypen. RTINGS beschreibt mit Verfolgungsfotos bei 240 Hz, dass OLED und TN scharf bleiben, IPS leichte Unschärfe und VA das typische schwarze Schmieren zeigt. Mit dem Hinweis, dass das Verallgemeinerungen sind und jedes Modell anders ausfällt.

PanelIn der Praxis
Fast IPSder Normalfall, mit guten Farben und Blickwinkeln
TNder klassische E-Sport-Typ, kurze Schaltzeiten, schwache Blickwinkel
OLEDdie Klasse für sich: 0,03 Millisekunden laut Hersteller und ein Kontrast, den kein LCD erreicht; aber Burn-in-Risiko und keine Overdrive-Einstellungen
VAbei 240 Hz nur mit einem Test, der die Schaltzeiten gemessen hat

Datenblätter richtig lesen

  • „1 ms“ steht fast immer für MPRT, eine Bewegtbild-Angabe mit stroboskopischer Hintergrundbeleuchtung, die Prad als „Fantasie-Variante“ bezeichnet.
  • Die Schaltzeit, die zählt, ist GtG (grau zu grau). Sie liegt bei LCDs real zwischen etwa 2 und 10 Millisekunden, je nach Übergang und Overdrive-Stufe.

Unsere Datenbank nennt die Herstellerangabe und kennzeichnet MPRT, wo der Hersteller nur das angibt.

Konsolen: bei 120 Hz ist Schluss

PS5, PS5 Pro, Xbox Series X und S geben laut RTINGS maximal 120 Hz aus. Ein 240-Hz-Monitor läuft an der Konsole mit 120 Hz, mehr geht nicht.

Wichtiger als die Hertz-Zahl ist dort ein HDMI-2.1-Eingang mit VRR, damit 120 Hz in 4K oder 1440p und variable Bildraten funktionieren. Details stehen im Ratgeber zu G-Sync, FreeSync und VRR.

Die Entscheidung

144, 165 oder 180 Hz reichen dir, wenn …

  • du überwiegend Rollenspiele, Strategie, Rennspiele oder grafisch aufwendige Shooter mit hohen Details spielst,
  • deine Grafikkarte dort zwischen 100 und 180 Bilder pro Sekunde liefert,
  • oder du an der Konsole spielst.

Nimm dann ein Fast-IPS-Panel oder OLED und achte auf die gemessenen Schaltzeiten.

240 Hz lohnt sich, wenn …

  • du Counter-Strike, Valorant, Overwatch oder Rocket League mit Blick auf Rang und Reaktionszeit spielst,
  • deine Grafikkarte in diesen Spielen dauerhaft um 240 Bilder pro Sekunde liefert (notfalls mit reduzierten Details),
  • und der Monitor ein Fast-IPS-, TN- oder OLED-Panel hat.

Dazu gehören Reflex oder Anti-Lag und eine schnelle Maus, sonst bleibt der Latenzvorteil klein.

360 Hz und mehr

Laut Prad und RTINGS eine Sache für Profis und Vielspieler; der sichtbare Unterschied zu 240 Hz ist gering. Eine Studie von LG Display sah bei 480 Hz zwar 10 Prozent mehr Treffer als bei 240 Hz, ComputerBase ordnet sie aber als Herstellerstudie mit nur 31 Teilnehmern ein.

Drei 240-Hz-Monitore mit schnellem Panel aus unserer Datenbank, mit Datenblatt als Quelle:

Kurz zusammengefasst

  • Der Sprung von 60 auf 144 Hz ist der große, der von 144 auf 240 Hz ist sichtbar, aber klein. Darüber wird es Profisache.
  • 240 Hz lohnen sich für schnelle Shooter mit einer Grafikkarte, die die Bildrate liefert, und einem Panel, das sie darstellen kann.
  • Ein träges VA-Panel macht die hohe Rate wertlos, ein schnelles OLED-Panel braucht sie umgekehrt erst recht.
  • An Konsolen endet alles bei 120 Hz.
  • Wer nicht sicher ist, nimmt 165 oder 180 Hz mit schnellem Panel und steckt den Rest in die Grafikkarte.

Häufige Fragen

Sieht man den Unterschied zwischen 144 Hz und 240 Hz?
Ja, in schnellen Spielen: Prad beschreibt den Schritt von 144 auf 240 Hz als auch für Nicht-Profis erkennbaren Schärfevorteil, den Schritt von 120 auf 144 Hz dagegen als nicht wahrnehmbar. Voraussetzung ist ein Panel mit kurzen Schaltzeiten und eine Grafikkarte, die die Bildrate liefert.
Lohnt sich 240 Hz für Gelegenheitsspieler?
Meist nicht. Prad rät Gelegenheitsspielern zu günstigeren Monitoren, weil sie den Unterschied zwischen 144 und 360 Hz in der Regel nicht wahrnehmen; der größte Sprung bleibt der von 60 auf 120 oder 144 Hz.
Welche Grafikkarte brauche ich für 240 Hz?
Eine, die im Spiel deiner Wahl dauerhaft um 240 Bilder pro Sekunde liefert. In Counter-Strike 2 mit maximalen Details in Full HD sind das laut ComputerBase Karten ab GeForce RTX 4070 oder Radeon RX 7900 GRE, mit mittleren Details reicht viel weniger, siehe Welche Grafikkarte. In Valorant schaffen schon Karten der RTX-4060-Klasse 240 FPS in WQHD, in Fortnite mit hohen Details nicht einmal Spitzenkarten.
Bringt 240 Hz etwas an PS5 oder Xbox?
Nein. PS5, PS5 Pro und Xbox Series X und S geben maximal 120 Hz aus. Ein 240-Hz-Monitor läuft dort mit 120 Hz, wichtig ist dann HDMI 2.1 mit VRR, siehe Monitor für PS5 und Xbox.
Was ist wichtiger: Hertz oder Reaktionszeit?
Beides zusammen. Die Bildwiederholrate bestimmt die Bewegungsunschärfe durch die Anzeigedauer jedes Bilds, die Schaltzeit die Unschärfe durch träge Pixel. Zwei 240-Hz-Monitore können laut RTINGS völlig unterschiedlich unscharf sein, und ein 240-Hz-VA-Panel mit langsamen Schaltzeiten verwischt in Bewegung trotz hoher Rate.

Quellen

17 Quellen anzeigen
  1. RTINGS: Monitor Refresh Rate, Does It Matter? (Bildzeit je Hz, Persistenz-Unschärfe, abnehmender Nutzen)
  2. RTINGS: Our Monitor Input Tests, Input Lag (minimale Eingabeverzögerung = halbe Bildzeit)
  3. RTINGS: LED vs OLED, Bewegtbild der Paneltypen bei 240 Hz
  4. RTINGS: What To Look For In A Gaming Monitor (Konsolen maximal 120 Hz)
  5. Nvidia: What is FPS and how it helps you win games (Dezember 2019)
  6. Nvidia: GeForce gives you the edge in Battle Royale (März 2019, Anteil der Profis mit 144 und 240 Hz)
  7. Nvidia: Introducing NVIDIA Reflex (September 2020, Systemlatenz)
  8. Prad: Test iiyama GB2790QSU-B1, 240 Hz (Dezember 2022)
  9. Prad: Test AOC C27G2ZU, 240 Hz mit VA-Panel (Juli 2020)
  10. Prad: Test ASUS ROG Swift PG27AQN, 360 Hz (Januar 2023)
  11. Prad: Test ASUS ROG Swift PG259QN, 360 Hz (November 2020)
  12. Prad: Test LG UltraGear 45GR95QE, OLED mit 240 Hz (März 2023)
  13. ComputerBase: Counter-Strike 2 im Benchmark-Test (April 2024)
  14. ComputerBase: Valorant mit Unreal Engine 5 im Benchmark-Test (August 2025)
  15. ComputerBase: Fortnite im Benchmark-Test (April 2024)
  16. ComputerBase: AMD Anti-Lag 2 gegen Nvidia Reflex in CS2, Latenzmessung mit LDAT (Mai 2024)
  17. ComputerBase: OLED-Gaming, 480 Hz bringen 38 Prozent mehr Treffer, sagt LG (Juli 2026, Herstellerstudie)

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