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DisplayPort 1.4 oder HDMI 2.1 für 144 Hz und 240 Hz?

Vergleich Von Dennis Hüser Stand 8 Min. Lesezeit

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Am PC ist DisplayPort die richtige Wahl, HDMI 2.1 brauchst du für Konsolen, Fernseher und Laptops ohne DisplayPort-Ausgang.

Für 144 Hz in Full HD und WQHD reichen beide seit Jahren. Auch 240 Hz in WQHD und 144 Hz in 4K sind mit DisplayPort 1.4 und HDMI 2.1 kein Bandbreitenproblem mehr. Die Fallstricke liegen woanders:

  • Viele Monitore drosseln HDMI auf 144 Hz.
  • „HDMI 2.1“ auf dem Karton garantiert keine 48 Gbit/s.
  • G-Sync Compatible läuft meist nur über DisplayPort.
  • Das Kabel-Logo entscheidet am Ende, ob die Bandbreite auch ankommt.

Die Bandbreiten im Überblick

AnschlussBandbreiteBesonderheit
DisplayPort 1.221,6 Gbit/sohne Kompression
DisplayPort 1.432,4 Gbit/serste Version mit DSC, dazu Fehlerkorrektur (FEC)
DisplayPort 2.140, 54 oder 80 Gbit/s (UHBR10, UHBR13.5, UHBR20)77,37 Gbit/s Nutzdaten bei UHBR20
HDMI 2.018 Gbit/sKabel „Premium High Speed“
HDMI 2.148 Gbit/sFixed Rate Link, DSC optional, Kabel „Ultra High Speed“
HDMI 2.296 Gbit/sseit 2025, Kabel „Ultra96“

Die Zahlen stammen von der VESA und der HDMI-Organisation, die Quellen stehen am Ende. Was sie für Auflösung und Bildrate bedeuten, zeigt die Tabelle im Kabel-Ratgeber und der Rechner unten.

Wichtig für den Vergleich: Die Bruttozahlen sind nicht alles.

  • DisplayPort 2.1 kodiert mit nur 3 Prozent Überhang.
  • Ältere Versionen und HDMI 2.0 verlieren 20 Prozent.
  • Ab DisplayPort 1.4 und HDMI 2.1 kommt DSC dazu.

Welcher Anschluss schafft wie viel Hz?

Kabel-Check
Auflösung
Ziel
  1. HDMI 1.4 75 Hz
  2. HDMI 2.0 144 Hz
  3. HDMI 2.1 240 Hz
  4. DisplayPort 1.2 165 Hz
  5. DisplayPort 1.4 240 Hz
  6. DisplayPort 2.1 360+ Hz
  7. Dual-Link DVI-D 120 Hz

Mindestens HDMI 2.0 oder DisplayPort 1.2.

ohne Kompressionmit DSCdein ZielGilt nur, wenn Grafikkarte, Kabel und Monitor die Version können. Quellen: hdmi.org, VESA

Was DSC ändert

Display Stream Compression ist eine Kompression der VESA, die seit DisplayPort 1.4 (2016) zum Standard gehört und seit HDMI 2.1 auch dort optional ist.

  • „visually lossless“: Ein typischer Betrachter bemerkt unter typischen Bedingungen in den meisten Fällen keinen Unterschied zum unkomprimierten Bild, geprüft mit knapp 250.000 Bildvergleichen.
  • Kompressionsrate: zwischen 1:1 und etwa 3:1.
  • Verzögerung: höchstens eine Rasterzeile, laut VESA unter 8 Mikrosekunden bei 4K mit 60 Hz.

Für Spieler heißt das: kein Latenz-Argument gegen DSC, kein sichtbarer Qualitätsverlust, anders als bei reduzierter Farbabtastung (4:2:0).

Mit DSC verschwindet der Bandbreitenunterschied zwischen DisplayPort 1.4 und HDMI 2.1 in der Praxis.

  • Nvidia gibt für die GeForce RTX 4090 über DisplayPort 1.4a mit DSC bis zu 4K mit 240 Hz bei 12 Bit HDR an, über HDMI 2.1 mit DSC 8K mit 60 Hz.
  • Die VESA nennt für DisplayPort 1.4 als Beispiele 8K mit 60 Hz und 4K mit 120 Hz, jeweils HDR.
  • WQHD mit 240 Hz ist dagegen verglichen mit 4K bei 240 Hz ein kleiner Datenstrom.

Ob der Monitor DSC beherrscht, steht im Datenblatt; bei 4K-Monitoren mit 144 Hz und mehr ist es die Regel.

DisplayPort am PC: die sichere Wahl

Drei Gründe sprechen am PC für DisplayPort.

1. Volle Bildrate meist nur über DisplayPort

Hersteller geben die volle Bildrate ihrer Monitore fast immer über DisplayPort frei und drosseln HDMI:

MonitorDisplayPortHDMI
AOC Q27G4X180 Hz (DisplayPort 1.4)144 Hz (HDMI 2.0)
ASUS ROG Strix XG27ACS180 Hz (auch über USB-C)144 Hz
Dell G2724D165 Hz144 Hz

2. G-Sync Compatible

Nvidia zertifiziert G-Sync Compatible laut RTINGS bei den meisten Monitoren nur für den DisplayPort-Eingang. Über HDMI funktioniert VRR mit GeForce-Karten nur, wenn Monitor und Grafikkarte HDMI-Forum-VRR aus HDMI 2.1 beherrschen.

3. Eindeutige Kabel-Logos

Jedes zertifizierte DisplayPort-Kabel schafft laut VESA HBR2, also 4K mit 60 Hz, und funktioniert „in vielen Fällen“ auch mit HBR3 und DSC.

LogoFürLänge passiv
DP8KHBR3 mit DSC–
DP54UHBR10 und UHBR13.5, 54 Gbit/s, seit Januar 2024 als Ersatz für DP40bis zwei Meter
DP80UHBR20, 80 Gbit/sum einen Meter
DP80LLaktive Kabel mit UHBR20, seit Januar 2025bis drei Meter

Die VESA schreibt dazu einen Satz, den man sich merken sollte: Ein teureres Kabel bringt kein „besseres“ Bild, ein schlechtes Kabel aber Datenfehler und sichtbare Störungen.

Der Haken bei „DisplayPort 2.1“

„DisplayPort 2.1“ auf einem Monitor oder einer Grafikkarte garantiert kein UHBR. Die VESA zertifiziert Geräte nach DisplayPort 2.1b bereits mit HBR2 plus DSC als Minimum, weil nicht jedes Display die höchste Linkrate braucht.

Wer 4K mit 240 Hz ohne Kompression will, muss im Datenblatt nach UHBR13.5 oder UHBR20 suchen, nicht nach der Versionsnummer.

HDMI 2.1: nötig für Konsolen, mit Fallstricken am PC

HDMI 2.1 hat mit dem Fixed Rate Link (FRL) einen neuen Übertragungsmodus mit Fehlerkorrektur und Link-Training eingeführt. Die vollen 48 Gbit/s erfordern Ultra-High-Speed-Kabel, die seit 2020 im Handel sind. Damit sind 4K mit 120 Hz, 8K mit 60 Hz, VRR und ALLM möglich, und mit DSC mehr.

So weit die Spezifikation. Die Praxis hat zwei Haken.

Haken 1: Alle neuen Funktionen sind optional

ComputerBase hat 2021 Aussagen des HDMI-Lizenzgebers dokumentiert:

  • HDMI 2.0 als Bezeichnung „nicht mehr existiert“.
  • Alle Neuerungen von HDMI 2.1, inklusive FRL, höherer Bandbreite, VRR und ALLM, sind optional.
  • Ein Gerät darf sich HDMI 2.1 nennen, wenn es angibt, welche Funktionen es unterstützt.

Anlass war ein 240-Hz-Monitor von Xiaomi mit HDMI-2.1-Aufdruck ohne die höhere Datenrate. Im Handel wird laut ComputerBase meist noch zwischen 18 und 48 Gbit/s unterschieden, verlassen kann man sich darauf nicht.

Lies im Datenblatt nach „48 Gbit/s“, „FRL“ oder „4K bei 120 Hz über HDMI“.

Die HDMI-Organisation hat das Problem für HDMI 2.2 erkannt und empfiehlt Herstellern den Funktionsnamen „Ultra96“ für Geräte mit 64 bis 96 Gbit/s.

Haken 2: Der HDMI-Eingang ist oft nur HDMI 2.0

Bei den meisten WQHD-Gaming-Monitoren ist der HDMI-Eingang schlicht HDMI 2.0 mit 18 Gbit/s und endet bei 144 Hz, selbst wenn DisplayPort 180 oder 240 Hz liefert (Beispiele oben).

HDMI 2.1 mit voller Bandbreite findest du vor allem bei 4K-Monitoren, etwa beim LG UltraGear 27GR93U-B mit zwei HDMI-2.1-Eingängen laut Prad-Datenblatt, und bei Modellen, die für Konsolen beworben werden.

Das Kabel: aufs Label achten

Ultra High Speed HDMI-Kabel:

  • müssen in einem Testzentrum des HDMI Forums zertifiziert werden,
  • tragen ein fälschungssicheres Label mit QR-Code auf der Packung,
  • und der Name muss auf dem Kabelmantel stehen.

Die HDMI-Organisation kauft Kabel im Handel nach und lässt sie nachtesten. Club 3D nennt laut ComputerBase zwei Meter als Maximum, wenn 4K mit 120 Hz das Ziel ist.

Welche Grafikkarte welchen Anschluss hat

Die Spezifikationsseiten der Hersteller sind hier eindeutig:

GrafikkarteDisplayPortHDMILaut Hersteller
GeForce RTX 50903x 2.1b mit UHBR201x 2.1bbis zu 4K mit 480 Hz oder 8K mit 165 Hz mit DSC
RTX 4090 und übrige RTX-40-Serie1.4a2.1mit DSC bis 4K mit 240 Hz über DisplayPort
Radeon RX 9070 XT2.1a2.1b–
Radeon RX 7900 XTX2.12.1plus USB-C

Welche UHBR-Stufe die Radeon-Ausgänge schaffen, steht nicht auf den Spezifikationsseiten.

Für 144 oder 240 Hz in WQHD reicht jede dieser Karten an beiden Anschlüssen. Der Unterschied wird erst bei 4K mit 240 Hz ohne Kompression relevant.

Konsolen: nur HDMI

PS5 und Xbox Series X und S haben keinen DisplayPort. ComputerBase führt in beiden Tests als Videoausgang ausschließlich HDMI 2.1.

  • Xbox: bis zu 120 Bilder pro Sekunde, mit VRR.
  • PS5: laut ComputerBase maximal 120 Hz, VRR seit April 2022, die 1440p-Ausgabe seit 2022, VRR in 1440p seit Anfang 2023.

Voraussetzung ist jeweils ein Monitor mit HDMI 2.1, der 1440p oder 4K mit 120 Hz annimmt.

Ein Monitor mit nur DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0 läuft an der Konsole mit 60 Hz in 4K oder 120 Hz in Full HD. Für mehr braucht es den HDMI-2.1-Eingang mit echten 48 Gbit/s.

Adapter: DisplayPort zu HDMI geht, umgekehrt kaum

DisplayPort hat laut VESA die Besonderheit, Adapter am Stecker mit Strom zu versorgen und den Adaptertyp zu erkennen.

  • Einfache Adapter auf HDMI und DVI setzen voraus, dass die Quelle Dual-Mode (DP++) beherrscht, und liefern laut VESA „nicht die volle DisplayPort-Auflösung“.
  • Für HDMI 2.0 am Ende eines DisplayPort-Kabels gibt es passende Adapter, auch über USB-C mit DisplayPort Alt Mode.
  • Für HDMI 2.1 braucht es aktive Wandler wie den Club 3D CAC-1085. Der setzt laut ComputerBase ein DisplayPort-1.4-Signal mit DSC in HDMI 2.1 für 4K mit 120 Hz um, braucht Strom über USB-C und überträgt kein VRR.
  • Die Gegenrichtung, HDMI-Konsole an einen Monitor mit nur DisplayPort, ist ein Nischenfall mit eigenen Wandlern.

Faustregel: Wo immer es geht, direkt verbinden. Adapter nur mit genauer Angabe von Auflösung, Bildrate und VRR kaufen.

Die Entscheidung

  • PC mit Gaming-Monitor: DisplayPort, zertifiziertes Kabel, bei DSC oder UHBR mit dem passenden Logo (DP8K, DP54, DP80). Prüfe im Datenblatt die Bildrate je Eingang.
  • PC mit 4K-Monitor ab 144 Hz: DisplayPort 1.4 mit DSC reicht, DisplayPort 2.1 mit UHBR13.5 oder UHBR20 erspart die Kompression. HDMI 2.1 nur, wenn der Monitor es mit 48 Gbit/s angibt.
  • Konsole: HDMI-2.1-Eingang mit 48 Gbit/s und VRR am Monitor, Ultra High Speed HDMI-Kabel mit Label.
  • Laptop: USB-C mit DisplayPort Alt Mode vor HDMI, weil der HDMI-Ausgang vieler Notebooks eine ältere Version ist. Details im Kabel-Ratgeber.
  • Nur 60 Hz statt 144? Dann liegt es meist nicht am Anschluss, sondern an Windows, am Eingang oder am Treiber: Monitor zeigt nur 60 Hz statt 144 Hz.

Kurz zusammengefasst

  • DisplayPort 1.4 und HDMI 2.1 schaffen beide 144 Hz in WQHD und mit DSC auch 4K mit 144 Hz und mehr.
  • Am PC gewinnt DisplayPort, weil Monitore dort die volle Bildrate freigeben, G-Sync Compatible dort zertifiziert ist und die Kabel-Logos eindeutig sind.
  • HDMI 2.1 ist der Anschluss der Konsolen. Er braucht ein zertifiziertes Ultra-High-Speed-Kabel und einen Monitor, der die 48 Gbit/s wirklich bietet, denn die Versionsnummer allein garantiert sie nicht.

Häufige Fragen

Ist DisplayPort oder HDMI besser für 144 Hz?
Am PC DisplayPort. Jede Version ab 1.2 schafft 144 Hz in Full HD und WQHD, die meisten Gaming-Monitore geben ihre volle Bildrate nur dort frei, und G-Sync Compatible ist fast immer nur für DisplayPort zertifiziert. HDMI brauchst du für Konsolen, Fernseher und Laptops ohne DisplayPort.
Reicht HDMI 2.0 für 144 Hz?
In Full HD und WQHD ja, bei 8 Bit Farbtiefe. Viele WQHD-Monitore begrenzen HDMI 2.0 aber auf 144 Hz, während DisplayPort 165, 180 oder 240 Hz liefert. Für 4K mit 120 oder 144 Hz brauchst du HDMI 2.1 mit 48 Gbit/s. Details unter 144 Hz über HDMI.
Garantiert „HDMI 2.1“ auf dem Karton 48 Gbit/s?
Nein. Laut HDMI-Lizenzgeber sind alle neuen Funktionen von HDMI 2.1 optional, auch die höhere Bandbreite, VRR und ALLM; HDMI 2.0 gibt es als Bezeichnung nicht mehr. Ein Gerät darf sich HDMI 2.1 nennen und trotzdem nur 18 Gbit/s bieten. Achte auf 48 Gbit/s, 4K120 oder FRL in den Daten.
Was bedeutet DSC?
Display Stream Compression, eine Kompression der VESA mit Raten von 1:1 bis etwa 3:1, die laut VESA-Tests mit rund 250.000 Bildvergleichen visuell verlustfrei ist und weniger als eine Rasterzeile Verzögerung kostet. Seit DisplayPort 1.4 und HDMI 2.1 Teil der Standards; damit schafft DisplayPort 1.4 laut Nvidia bis 4K mit 240 Hz.
Welches Kabel brauche ich?
DisplayPort: ein zertifiziertes Kabel, für DSC-Betrieb am besten mit DP8K-Logo, für DisplayPort 2.1 mit UHBR die Logos DP54 oder DP80. HDMI 2.1: ein Ultra High Speed HDMI-Kabel mit Zertifizierungslabel und QR-Code auf der Packung und dem Namen auf dem Kabelmantel.

Quellen

19 Quellen anzeigen
  1. VESA: DisplayPort FAQ (DSC, UHBR, Zertifizierung, Adapter)
  2. VESA: DisplayPort 1.4 veröffentlicht (März 2016, DSC 1.2, 32,4 Gbit/s)
  3. VESA: DisplayPort 2.1 veröffentlicht (Oktober 2022, DP40 und DP80)
  4. VESA: DisplayPort 2.1a mit DP54-Kabeln (Januar 2024)
  5. VESA: DP80LL, aktive Kabel bis drei Meter (Januar 2025)
  6. VESA: So wählst du ein DisplayPort-Kabel (DP8K, Standardkabel)
  7. VESA: Get Connected (Adapter, DP++)
  8. HDMI Forum: Ultra High Speed HDMI-Kabel verfügbar, FRL (Januar 2021)
  9. HDMI Licensing: Ultra High Speed und Ultra96 HDMI-Kabel, Zertifizierungslabel
  10. ComputerBase: Irreführend, HDMI 2.1 heißt im Grunde alles oder nichts (Dezember 2021)
  11. ComputerBase: Club 3D CAC-1085, aktiver Adapter DisplayPort 1.4 auf HDMI 2.1 (Juni 2020)
  12. ComputerBase: Xbox Series X und S im Test (HDMI 2.1, 120 FPS, VRR)
  13. ComputerBase: PlayStation 5, WQHD-Ausgabe per Beta-Software (Juli 2022)
  14. Nvidia: GeForce RTX 5090, Spezifikationen (DisplayPort 2.1b UHBR20, HDMI 2.1b)
  15. Nvidia: GeForce RTX 4090, Spezifikationen (DisplayPort 1.4a mit DSC, HDMI 2.1)
  16. AMD: Radeon RX 9070 XT, Spezifikationen (DisplayPort 2.1a, HDMI 2.1b)
  17. RTINGS: How To Enable G-SYNC (G-Sync über DisplayPort und HDMI)
  18. AOC: Q27G4X (180 Hz über DisplayPort 1.4, 144 Hz über HDMI 2.0)
  19. ASUS ROG: Strix XG27ACS, Spezifikationen (180 Hz über DisplayPort und USB-C, 144 Hz über HDMI)

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